„Geschüttelt – nicht gerührt“: Die ASbH vertanzt James Bond
Manch einer wird sich fragen: „Wieso fangen die eigentlich schon wieder was Neues an?“
Unsere Antwort:
„Weil es richtig ist, solange zu suchen, bis man gefunden hat, was man gesucht hat. Jetzt haben wir es. Wir merken es daran, dass wir begeistert sind.“
Am 20. September 2008 hatte unser aktuelles Rollstuhltanzprojekt seinen 2. Probentag. Drei Wochen zuvor trafen wir uns zum ersten Mal: 8 Rollstuhltanz-Interessierte und Frau Scheerer, eine erfahrene Rollstuhltanzlehrerin vom TSC Ludwigsburg und ehemals erfolgreiche Turniertänzerin.
Schon im Vorfeld hatte sie sich durch einen kleinen Fragebogen und ein Foto von jedem Teilnehmer ein Bild über ihn sowie über eventuelle tänzerische Vorerfahrungen gemacht. Auf dieser Basis entwickelte sie von vornherein Ideen, die jeden einschlossen.
Ihr Plan hieß – Showtanz, und Frau Scheerer brachte uns dafür 4 verschiedene Musikvorschläge mit, aus denen wir schließlich ein James-Bond-Madley auswählten.
Am Anfang der Proben stand Grundlagentraining: die richtige (Körper-) Haltung, Unterschiede zwischen Rollstuhl fahren und Rollstuhl tanzen, gemeinsam einem Takt folgen, verschiedene Drehungen ausführen etc. Auch Accessoires wie Hüte und Stäbe probierten wir aus. Dabei hatten einige von uns sicher insgeheim schon unseren ersten Showauftritt vor Augen …
Die Finanzierung des Projektes verdanken wir der Selbsthilfeförderung der Krankenkassen, insbesondere der AOK sowie, wenn alles gut geht, auch der IKK. Unseren Trainingsraum fanden wir für die ersten beiden Male im Speisesaal des Seniorenheimes „Haus Abendstern“ und für die nächsten Male im „Jugendclub 18“, der auch unseren Stammtisch schon 2x sehr herzlich zum Grillen empfangen hat.
Die Atmosphäre bei der Probenarbeit hat von Anfang an viel Spaß gemacht. Das lag zum einen sicher daran, dass sich die Teilnehmer durch viele gemeinsame Aktivitäten wie Stammtisch, Seminare und Reisen inzwischen sehr vertraut geworden sind. Es liegt aber nicht minder daran, dass sich die Gruppe durch Sylvia Scheerer von Beginn an in den kreativen Prozess einbezogen fühlte. Die Musik wurde gemeinsam ausgewählt, die Diskussion ergab, dass das Madley in sich noch einmal umgestellt wurde und auch bei der Entwicklung choreografischer Elemente sind zum einen immer unsere Ideen gefragt und zum anderen wird am Ende immer nur das gemacht, was durch jeden leistbar ist. Die Qualität, die daraus erwächst, ist nicht „Höher- Schneller- Weiter“ sondern Gemeinsamkeit.
Wie es wäre, wenn wir unsere Show bei den nächsten Ludwigsburger Rollstuhltanztagen im Mai 2009 aufführen würden, hat Sylvia letztes Mal gefragt. Na aufregend wäre es! Auch Herr Fronhöfer von der AOK hatte sich eine Aufführung gewünscht: Dann werden wir mal weiter schön fleißig trainieren.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Probe und danken Sylvia Scheerer dafür, dass sie den weiten Weg zu uns jedes Mal wieder und vor allem gern in Kauf nimmt, wie sie sagt.