Mein Weg zu einem Ausbildungsplatz

Zu Beginn des 13. Schuljahres war der Zeitpunkt für mich gekommen, mich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Als erstes bemühte ich mich um einen Termin bei der Agentur für Arbeit in Neuruppin. Dort war ich auch schon Ende der 11. Klasse, da ich zu diesem Zeitpunkt von der Schule abgehen wollte. Ich hatte Zweifel daran, dass ich es bis zum Abitur schaffe. Es war auch sehr schwierig, mich wieder hier einzuleben, nachdem ich von meinem einjhrigen Schüleraustausch in den USA zurückkehrte. Damals hatte ich die Vorstellung zum BBW zu gehen. In dieser Zeit traf ich zum ersten Mal meine Rehaberaterin Frau Petzold beim Arbeitsamt in Neuruppin.

Sie hat mich über alle Mglichkeiten aufgeklrt, die es auf dem ersten und dem zweiten Arbeitsmarkt gibt. Da ich mich zunächst einmal für den zweiten Arbeitsmarkt, also das BBW entschied, musste ich zum Amtsarzt beim Arbeitsamt gehen. Dieser machte einige Untersuchungen, um festzustellen, ob ich für eine Ausbildung geeignet bin.

Er war auch derjenige, der mir noch einmal ins Gewissen redete, sodass ich meine Entscheidung, die Schule abzubrechen, noch einmal überdachte, und ich mich letztendlich entschied, die Schule bis zum Abitur fortzusetzen. Wie sich später herausstellte, war diese Entscheidung richtig.

So ging ich zum wiederholten Male zu meiner Rehaberaterin beim Arbeitsamt und sprach mit ihr über eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Frau Petzold unterstützte mich bei der Suche sehr. Sie vereinbarte regelmäßig Termine mit mir und gab mir Vermittlungsvorschläge. Sie gab sich sehr viel Mühe, denn sie sah, dass auch ich mich anstrengte und der Wille da war, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Selbst zu wollen, zu kämpfen und sich mühen, um sein Ziel zu erreichen, ist sehr wichtig.

Für Ihr großes Engagement danke ich Ihr sehr!

Im Zeitraum von Dezember 2005 bis April 2006 schrieb ich circa 30 Bewerbungen. Dies stellte eine Doppelbelastung für mich dar, da ich in dieser Zeit auch noch Klausuren in der Schule schreiben und mich auf das Abitur vorbereiten musste. Meine Schwerpunkte in der Schule waren die Fächer Deutsch, Politische Bildung und aufgrund meines einjährigen Schleraustausches in den USA natürlich auch Englisch.

Am Anfang konzentrierte ich mich darauf, eine Stelle im kaufmännischen Bereich zu bekommen. Ich schrieb Bewerbungen als Reiseverkehrskauffrau, Automobilkauf-frau, Bürokauffrau, Veranstaltungskauffrau, Kauffrau für Bürokommunikation, Verwaltungsfachangestellte, Kauffrau in Groß- und Außenhandel und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste. Ich bewarb mich vorwiegend in Leipzig, aber auch in Berlin Potsdam, Erfurt, Köln und Neuruppin.

Einblick / Wissenswertes

Zunchst bekam ich aber nur Absagen, was sehr frustrierend für mich war. Mitte März bekam ich dann aber endlich eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch und zu einem Test vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Dort hatte ich mich als Kauffrau für Brokommunikation mit Schwerpunkt im Personalwesen beworben.

Nach erfolgreichem Gespräch und Test wurde ich zum Probearbeiten eingeladen. Dort musste ich dann an einem Arbeitstag anfallende Tätigkeiten vorwiegend am Computer erledigen. Großer Wert wurde auf gute Computerkenntnisse, Genauigkeit und das Arbeiten unter Zeitdruck gelegt. Es war eine interessante Erfahrung für mich. Nachdem der Arbeitstag beendet war, wurde mir der Ausbildungsplatz zugesagt. Eine positive Antwort zu bekommen, war sehr schön für mich.

Eine zweite Zusage für ein Vorstellungsgespräch und dann zum Probearbeiten bekam ich vom ASB in Neuruppin als Bürokauffrau. Dieses Angebot nahm ich nicht wahr, da ich zwischenzeitlich eine Antwort auf eine weitere Bewerbung bekam.

Durch das Internet bin ich auf den Beruf der Logopädin aufmerksam geworden und bewarb mich daraufhin an der IB Medizinischen Akademie in Leipzig. Von dort bekam ich sofort eine Einladung zum Aufnahmeverfahren. Dieses ist sehr positiv verlaufen. Zusätzlich musste ich noch ein phoniatrisches Gutachten erstellen lassen und wurde dann für diese Ausbildung angenommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut!

Inzwischen habe ich auch mein Abitur erfolgreich bestanden. Als nächsten Schritt muss ich eine behinderten-freundliche Wohnung in Leipzig finden und alle organisatorischen Sachen regeln.

Ich bin mir aber sicher, dass ich das alles schaffen werde, denn ich habe erreicht, was ich mir vorgenommen hatte und wofür ich hart gearbeitet habe. Man darf sich durch seine Behinderung nicht entmutigen lassen.

Nadja Göbke, Neuruppin

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