Ein Weg zur Anerkennung - Rollstuhlbasketball

Als ich 2002/2003 ein Austauschjahr im sportbegeisterten Amerika machte, wurde ich dort auf den Rollstuhlbasketball aufmerksam. Mein Gastbruder, ebenfalls im Rollstuhl, holte mich in sein Team. Ich war sofort begeistert von diesem Sport und fand dort sehr schnell viele Freunde. Wir hatten, neben unserem wöchentlichen Training, auch Spiele gegen andere Rollstuhlbasketballteams in verschiedenen Bundesstaaten, welche immer sehr lustig waren. Der Rollstuhlbasketball hat mein Jahr in den USA positiv geprägt.

Zurück in Deutschland bekam ich den Hinweis, mich an die Rollstuhlbasketballer von ALBA BERLIN zu wenden. Ich sprach also mit meinem jetzigen Trainer Volker Krause und fing mit dem Training im Herbst 2003 bei der Kinder- und Jugendmannschaft an. Dort werden die Kinder und Jugendlichen auf spielerische Art und Weise an den Sport herangeführt. Der Spass stand natürlich an erster Stelle.

Nach einem Jahr wechselte ich dann in die 3. Mannschaft von ALBA BERLIN, was eine Herausforderung für mich darstellte, denn nun spiele ich in der Landesliga Nordost um einen Tabellenplatz. Wir trainieren jeden Montag und Freitag in Berlin ca. zwei Stunden. Da ich nicht in Berlin wohne, muss ich jeden Freitag eine Stunde fahren. Am Training montags kann ich aufgrund dieser Entfernung nicht teilnehmen. Der lange Weg lohnt sich aber, denn ich fühle mich in dieser Mannschaft sehr wohl. Eine Rollstuhlbasketballgruppe ist der perfekte Ort, um neue Freunde kennenzulernen, denn man hat die selben Interessen. Beim Rollstuhlbasketball spielen auch Nichtbehinderte mit, das soll die Integration behinderter Menschen fördern und den Respekt füreinander entwickeln. Als Rollstuhlfahrer fit und in Bewegung zu bleiben ist sehr wichtig für die Gesundheit, deshalb sollte jeder, der die Chance hat einer Rollstuhlsportgruppe beizutreten, sie auch nutzen.

Wer sich nicht für Basketball interessiert kann eine andere Sportart ausüben. Es gibt eine große Auswahl für behinderte Menschen wie zum Beispiel Schwimmen, Fechten, Leichtathletik, Tennis, Tanzen, Monoski und andere. Ich finde, es ist ein tolles Gefühl in einer Sache erfolgreich zu sein, sich mit anderen freuen zu können und auch Anerkennung zu bekommen.

In der nächsten Saison werde ich im neu gegründeten Damenteam von ALBA BERLIN spielen. Ich freue mich schon darauf und wir trainieren bereits dafür. Es ist wichtig die Techniken und Taktiken im Rollstuhlbasketball zu kennen, mit dem eigenen Sportrollstuhl gut umgehen zu können und ein entsprechendes Ballgefühl zu entwickeln. Nur wer trainiert, kann erfolgreich werden.

Ich kann jedem nur raten, eine oder mehrere Sportarten auszuprobieren. Es werden immer besonders weibliche Nachwuchsspieler in den Vereinen gesucht.

Nadja Göbke aus Neuruppin

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