“Alles bleibt anders” - mal anders - Seminarreihe zum Thema Wohnen fr junge Erwachsene mit Spina bifida und Hydrocephalus
Wohnst du noch oder lebst du schon?
Am 17.06.2006 fand im Rahmen des Improvisationstheaterprojekts der nächste Workshop mit Anna Biermann statt.
Dem Titel der Aktion entsprechend, ging es diesmal um das Thema Wohnen. Wie schon bei den Einheiten zuvor, hatte somit auch dieses Seminar einen realitätstauglichen Bezug.
Die zentrale Aufgabe dieses Nachmittags war für die sechs Teilnehmer die Einrichtung eins Zimmers. Dazu wurden zwei 3-köpfige Teams gebildet, die zwei gleich-große Räume als Tummelplatz für ihre gestalterische Fantasie sowie jede Menge Materialien zu deren Umsetzung zur Verfügung gestellt bekamen.
Und schon ging es los. Beide Gruppen agierten schnell und entschlossen. Beim Betrachten der bereitgestellten Utensilien wurden die ersten Ideen entwickelt und dann beherzt zugegriffen, damit das begehrte Objekt nicht in die Hände der anderen Mannschaft geriet.
Gefragt waren für diese Aufgabe unter anderem Kreativität, Entschlusskraft, Teamgeist und Zeitmanagement. (Wir hatten 1 Stunde Zeit, in der wir neben der Zimmereinrichtung auch noch ein Bild malen sollten.)
Vielleicht, weil wir diesmal in besserer Stimmung waren als beim letzten Mal oder auch, weil wir Lehren gezogen haben aus dem letzten Improvisationsworkshop (bei dem wir vor lauter Ladehemmung nicht in Aktion kamen) jedenfalls hatte diesmal kein Teilnehmer einen “Kreativitätsstau”.
Eine spannende Erfahrung dieses Nachmittags war, dass man auch mit wenigen Mitteln ein Zimmer wohnlich gestalten kann. Beiden Gruppen war es am Ende gelungen, einen eigenen Stil zu kreieren. Die beiden Ergebnisse unterschieden sich erheblich voneinander und gaben damit einen interessanten Einblick in die Möglichkeiten gestalterischer Vielfalt.
Als beide Räume fertig waren und beide Gruppen ihr Bild gemalt hatten, besuchten wir uns gegenseitig und sprachen gemeinsam ber die gemachten Erfahrungen sowie über unsere jeweiligen Wohnsituationen und was draus zu machen ist.
Danach wiederholten wir die gegenseitigen Besuche mit einer “Zusatzaufgabe”: Die jeweiligen “Wohnungsinhaber” berlegten sich für diese Situation ein Konfliktgespräch, welches sie dann spontan vom Zaun brachen.
Es gehrt Mut dazu, das Risiko einzugehen, sich lächerlich zu machen, und Ausdauer, um eine Rolle eine Zeitlang durchzuhalten. Wir haben viel gelacht.