Sprung in die Selbständigkeit

Bis vor einem Jahr dachte ich noch, dass ich für mein Behinderungsbild total selbstständig bin! Schließlich hatte ich 2002 im BBW meine Lehre zum IT-Kaufmann abgeschlossen und lebte jetzt 100 km von meinen Eltern entfernt in einer eigenen Wohnung!

Die Leute, die ich damals noch aus meinen BBW-Zeiten kannte, waren alle nach der Lehre zurück zu ihren Eltern gegangen. Doch ich blieb in Potsdam.

Nach einigen Schwierigkeiten fand ich dann das ISB-Projekt der ASbH. Im Rahmen dieses Projektes wird Menschen mit Behinderung die Möglichkeit einer persönlichen Assistenz im privaten Wohnumfeld gegeben. Genau das war, was damals ich suchte. Im Gegensatz zu leistungsbezogenen Pflegediensten, wo jede Leistung an eine bestimmte Zeit gekoppelt ist, gibt es in dem Projekt die Möglichkeit die Zeit des täglichen Hilfebedarfs in einem gewissen Rahmen selbst festzulegen.

Vom Tag meines Umzugs aus dem BBW in meine eigene Wohnung wurde ich von Assistenten der ASbH betreut. Dreimal täglich kamen für je 1 Stunde Zivis bzw. FSJ'ler/innen (Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr) und griffen mir in meiner Lebensführung unter die Arme! Dabei hatte jedoch immer ich zu entscheiden, was wann gemacht werden sollte.

Im September 2003 wurde dann ein Assistent bei mir eingearbeitet, welche sich sehr für mich interessierte. Doch irgendwie war diesmal alles anders als sonst. Bereitwillig erzählte ich ihm meinen Werdegang: mit 7 Einschulung in die Körperbehindertenschule ... in der 6. Klasse Wechsel zu einer Gesamtschule (als 1. Behinderter) dann Lehre und nun eigene Wohnung.

Der Assistent schaute mich an und sagte: “Eigentlich kannst du noch viel mehr!” Natürlich waren das harte Worte, doch nach einiger Zeit begriff ich, dass er Recht hatte! Im Dezember beschloss ich dann gemeinsam mit der ASbH, meine Selbstständigkeit auszubauen. Nach vielen Rückschlägen und durch die Hilfe vieler Freunde gelang es mir, meine Selbstständigkeit so weit auszubauen, dass es nun möglich wurde, mich durch eine Freundin von mir pflegen zu lassen. Damit bin ich natürlich viel freier in meiner Lebensgestaltung!

Auf diesem Wege möchte ich mich ganz herzlich bei der ASbH und bei K. B. für die Unterstützung auf diesem schwierigen Weg bedanken.

Denis Hanke

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